Das war EUMICON 2012
Rückblick auf die wichtigste europäische Rohstoffkonferenz des Jahres
Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben das obersteirische Leoben vom 19. bis 21. September 2012 in die Hauptstadt der internationalen Rohstoffwelt verwandelt. Das Programm der EUMICON war mit rund 100 nationalen wie internationalen Sprechern – darunter zahlreiche führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – hochkarätig und spannend besetzt. In Tradition des nur alle 25 Jahre stattfindenden Leobener Bergmannstages wurden während der Konferenz Themen diskutiert, deren Inhalte und Erkenntnisse noch lange Zeit und weit über die Grenzen Österreichs hinaus Bestand haben sollen.
Auftakt mit Initialzündung: Eine neue Rohstoffallianz für Österreich
Der mediale Auftakt zur EUMICON wurde noch vor der offiziellen Eröffnung durch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, EUMICON Präsident Wolfgang Eder und den Obmann des Fachverbands Bergbau-Stahl, Franz Friesenbichler, gesetzt. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde im Beisein führender Medienvertreter die neue österreichische Rohstoffallianz vorgestellt. Diese zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit der österreichischen Wirtschaft mit mineralischen Rohstoffen in der Zukunft sicherzustellen. Mit den drei wesentlichen Säulen „Erhöhung der Material- und Ressourceneffizienz“, „Verbesserung des internationalen Zugangs zu Rohstoffen“ und „Sicherung der nationalen Rohstoffvorkommen“ sollen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und der Wohlstand langfristig abgesichert werden.
Feierliche Eröffnung als Startschuss für spannende Diskussionen und Vernetzung
Die Konferenz selbst wurde im Anschluss unter weiterer Mitwirkung von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sowie dem Landeshauptmann der Steiermark, Franz Voves, vor einem vollbesetzten Auditorium eröffnet. Dies war zugleich auch der offizielle Startschuss für das mehrtägige Konferenzprogramm, das sich durch zahlreiche hochkarätige Keynotes, spannende Panel-Sessions und einem abwechslungsreichen Abend- und Begleitprogramm auszeichnete.
Besonders die hochkarätig besetzten Keynotes und Podiumsdiskussionen des ersten Konferenztages sind auf großes Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestoßen. Mit Vorträgen von OPEC-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri über die Zukunft des Ölmarkts, dem Physik-Nobelpreisträger Johannes Georg Bednorz über die revolutionäre Supraleitertechnologie und dem CEO der Imerys Group, Gilles Michel, über industrielle Mineralien als Treiber für Innovation und nachhaltiges Wachstum wurde der Kreis zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gekonnt geschlossen.
Experten unter sich: Generalaufriss der Rohstoffindustrie
Am zweiten Konferenztag wurde in insgesamt sieben Panels ein Generalaufriss der Rohstoffindustrie vorgenommen. Die Panels orientierten sich entlang der Themen Bergbau und Mineralwirtschaft, Aufbereitung und Recycling, Mineralölindustrie, Nachhaltige Rohstoffgewinnung, Geotechnik und unterirdisches Bauen, Eisen- und Nichteisenmetallurgie sowie HSE (Health, Safety & Environment) in der Rohstoffindustrie. Als Keynote-Speaker des zweiten Tages begeisterten insbesondere Arnold Schiefer, Vorstand der Rail Cargo Austria über Konzepte für Versorgungsketten in der Rohstoffgewinnung und Martin Abbott, der Chef der Londoner Metall Exchange über den Zusammenhang zwischen Rohstoffen und Finanzmärkten – und sorgten damit für weiteren Gesprächsstoff unter den Konferenzteilnehmern.
Rohstoffpolitik im internationalen Kontext: Die Leobener Deklaration
Der dritte und letzte Konferenztag stand ganz im Zeichen der internationalen Politik und der Rohstoffdiplomatie. Eingeleitet wurde dies mit einer Keynote von Wolfgang E. Schollnberger, einem unabhängigen Energy Advisor, der auf eine Reise in die Zukunft der Energiewirtschaft einlud. Mit der Keynote von Anthony Hodge, dem Präsidenten des International Council of Mining and Metals, wurde vor allem dem Thema Nachhaltigkeit im Bergbau der Zukunft Aufmerksamkeit gewidmet. Zahlreiche weitere Diskussionsrunden wie zum Beispiel mit Vertretern der beteiligten Fachverbände der Wirtschaftskammer Österreich oder einem internationalen Botschafter-Roundtable rundeten das inhaltliche Programm ab.
Den Abschluss der EUMICON stellte die Verabschiedung der Leobener Deklaration dar. Diese definiert die zentralen Verantwortungs- und Handlungsfelder der Rohstoffwirtschaft Europas und fordert eine auf Resilienz ausgerichtete Rohstoffpolitik ein. Die Leobener Deklaration wurde während der Konferenz von den wesentlichen nationalen und internationalen Stakeholdern der Mineralrohstoffwirtschaft (Euromines, Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, Wirtschaftskammer Österreich, Fachverbände Bergbau-Stahl, der Mineralölindustrie, der Stein- und keramischen Industrie, der NE-Metallindustrie sowie Bundesinnung Bauhilfsgewerbe, Industriellenvereinigung, Montanuniversität Leoben) gemeinsam erarbeitet. Sie gibt die Richtung vor, wie Wirtschaft und Politik in Zukunft handeln müssen, um die Rohstoffversorgung in Europa sicher zu stellen.
Die Leobener Deklaration finden Sie hier.
Abwechslungsreiches Rahmenprogramm
Während tagsüber in den Räumlichkeiten der Montanuniversität Leoben die Köpfe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer rauchten, wurden die Abende während der Konferenztage für Abendempfänge, vertiefende Gespräche und Networking-Möglichkeiten genutzt. So stand der Abendempfang des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend ganz im Zeichen der österreichischen Rohstoffpolitik, indem der „Vater des österreichischen Rohstoffplans“ Leopold Weber mit der Albert Miller von Hauenfels Medaille für besondere Verdienste um das österreichische Bergbauwesen geehrt wurde.
Tags darauf luden der Steirische Landeshauptmann Franz Voves und der Bürgermeister der Stadt Leoben, Matthias Konrad zum Empfang in das Festzelt. Diese hoben vor rund 500 Gästen die enorme Bedeutung der Rohstoffindustrie für die Steiermark hervor und gingen auch auf die Anstrengungen ein, die insbesondere die Stadt Leoben dazu in den letzten Jahren unternommen hat.
Traditionell nahm die EUMICON schließlich am Abend des letzten Konferenztages ihren Ausklang, als zum Gösser Bierfest geladen wurde. Auch dieser Abend wurde intensiv dafür genutzt, um bei Bier vom Fass und zünftiger Kost Themen und Eindrücke der Konferenz auszutauschen.
Begleitet wurde die Konferenz auch von einer Publikumsausstellung. Ein eigener „Skulpturenpark der Montanistik“ vor dem Konferenzgelände machte eindrucksvoll auf Innovationen und High-tech Arbeitsgeräte der Rohstoffindustrie aufmerksam.
Den Abschluss der Konferenzwoche bildete die Bergparade in Eisenerz. Rund 1.000 Musiker und Knappen nahmen daran teil. Sie fand auch anlässlich des 1.300-jöhrigen Jubiläums des Erzabbaus am steirischen Erzberg statt. Ein weiterer Höhepunkt war das Ballett der Baumaschinen unter dem Titel „Gangart" am Erzberg.
Bewusstseinsbildung weiter vorangetrieben
Die Hauptzielsetzungen des Kongresses, die breitenwirksame Bewusstseinsbildung für die Bedeutung mineralischer Rohstoffe nach außen sowie die Motivation für die Teilnehmer an der Konferenz nach innen, die Learnings und Eindrücke in ihre Unternehmen und Institutionen mitzunehmen, wurden eindrucksvoll erreicht. Die in Leoben angesammelte Agglomeration an Wissen und Know- how soll sich auch nachhaltig niederschlagen. In neuen Technologien, neuen Ideen und neuen Impulsen, wie eine nachhaltige Versorgung mit mineralischen Rohstoffen abgesichert werden kann – dazu soll der Dialog auch fortgeführt werden.
EUMICON – ein gemeinsamer Erfolg
Die Umsetzung des Kongresses wäre ohne die zahlreichen Mitwirkenden Partner, Unterstützer, Sponsoren vor und hinter den Kulissen nicht möglich gewesen. Der Erfolg von EUMICON 2012 war ein gemeinsamer. Die Veranstalter bedanken sich auch auf diesem Wege herzlich für die Mitwirkung an EUMICON 2012.
Die Tagungsbände zur EUMICON können Sie zum Preis von je € 29,50 (zzgl. Versandkosten) per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen


















